Posts mit dem Label Anleitung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Anleitung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 9. Juni 2011

Wunderkammern - Cabinets of Curiosity - Anleitung - Tutorial

 Wunderkammer Tin

Die Wunderkammern oder Kunstkammern waren Vorläufer heutiger Museen, in denen Sammler Raritäten bewahrten - kostbare oder seltene Objekte der Kunst und der Natur.

Gesammelt wurde alles, was der Zeit wesentlich erschien und deshalb Interesse weckte: Gemälde, Kupferstiche und Plastiken ebenso wie Bücher aller Wissensgebiete, Münzen und Medaillen, astronomische Geräte, Globen und Atlanten, Skelette, Fossilien und Mineralien.

Inspiriert von diesen wunderbar skurrilen Sammlungen aus alten Zeiten habe ich einen Collagebogen entworfen, mit dem Sachen verschönert oder aufgepeppt werden können.

Als Beispiel habe ich mal eine Dose mit Bildern des Collagebogens dekoriert, siehe oben.


Er ist geeignet für Scrapbooking, Collagen, Mixed-Media- und Altered-Art-Projekte oder für eine ausgefallene Halloween-Dekoration! Zu finden ist der Bogen hier: Digitaler Collagebogen Wunderkammer.

Ein Tutorial, wie ich die Dose dekoriert habe, gibt es auch, allerdings nur auf Englisch. Die Fotos sind relativ selbsterklärend. Ich habe mit Art Potch gearbeitet, sowohl Dose als auch die ausgeschnittenen Bilder damit eingepinselt und auf eine einfache Dose geklebt. Ein wenig Dekoband wurde dann mit doppelseitigem Klebeband einmal um die Dose geklebt. Die beiden Anhänger habe ich aus Shrinky-Dink-Plastik selbst gebastelt.

The curiosity cabinets (Wunderkammern) were an early form of museums, where collectors kept curiosities - valuable or strange objects of art and nature.


They collected everything which appeared valuable and interesting: paintings, copperplate engravings, sculptures as well as books, coins and medals, astronomical devices, globes, atlases, skeletons, fossils and minerals.


Inspired by these wonderfully weird collections from old times I designed a digital collage sheet which you can use to embellish your art projects as well as everyday objects. You can also use it for scrapbooking, collages, mixed media or altered art. It is even great for Halloween decorations!


As an example, I embellished a simple tin with papers from my collage sheet which can be found here:
Digital Collage Sheet Wunderkammer.


A tutorial how I did it:

Tutorial Tin Embellishment

Freitag, 7. August 2009

Silikonformen für Fimo - Silicone Moulds/Molds for Polymer Clay

Im Moment habe ich eine Experimentierphase und musste schon wieder etwas Neues ausprobieren. Ich wollte schon ewig mal Formen machen, und habe mich vor ein paar Tagen in die Thematik eingelesen. Ich hatte zwar noch Latex zuhause, aber wie der Prozess beschrieben wurde, war mir das zu aufwändig.

I am in an experimenting mood at the moment, and had to try something new again. For quite a while now I wanted to try to make molds (moulds), and read a lot about the subject a few days ago. I had some Latex at home, but when I read about the process, I decided it was too much effort.

Ich habe bei Craftygoat eine sehr schöne Anleitung für das Erstellen von Formen mit Silikon gefunden. Sie arbeitet mit Amazing Mold Putty, was ich nicht Deutschland finden konnte. Ich habe dann bei einem Bastelshop für Modellbau ein "additionsvernetzendes Knetsilikon" gefunden, das ebenfalls aus zwei Komponenten besteht, die im Verhältnis 1:1 miteinander gemischt werden. Offenbar wird etwas Ähnliches auch in der Zahntechnik benutzt, aber mir war nicht ganz klar, ob diese Masse anschliessend sehr fest wird, was für Fimo-Zwecke ungeeignet wäre. Wenn jemand mehr darüber weiß, bitte melden!

On Craftygoat´s Blog I read a great tutorial about making molds from silicone. She works with Amazing Mold Putty, which I could not find in Germany. Instead, I found an online shop for modelbuilding which sells a "knead silicone". It also consists of two components which get mixed in a 1:1 ratio. It seems that something similar is used by dental laboratories, but I was not sure if the mixture gets very hard in the end, which would not be useful when working with polymer clay. If somebody knows anything about this dental silicone putty, please drop me a line!

Heute nun endlich kam die Abformmasse an, und ich habe gleich losgelegt, meine Kisten nach interessanten Teilen durchzuwühlen, die ich abformen wollte:

Today, the putty finally arrived, and I started rummaging through my boxes for interesting objects I could make molds from:


Ich habe schnell festgestellt, dass flache Teile mit wenig Erhebungen wie das Zifferblatt sich schlecht abformen lassen.

I quickly realized that flat objects that are only slightly raised (like the clock face) don´t make good molds.

Die Silikonmasse besteht aus zwei Komponenten:

The silicone putty consist of two components:



Die beiden Komponenten werden im Verhältnis 1:1 gemischt, wobei es offenbar auf ein paar Gramm nicht ankommt. Ich habe bei Craftygoat gesehen, dass sie gleich eine Reihe von Kugeln der beiden Komponenten vorformt. Ich habe Haushaltsfolie auf die Arbeitsfläche gelegt, da das Silikon an Papier und auch an meinem üblichen Marmorbrett festklebte.

Both components are mixed together in equal amounts, but a few grams more or less don´t seem to make a big difference. I saw that Craftygoat made a few balls of each component in advance. I used plastic wrap on my working space, because the silicone stuck to paper and my usual marble plate.

Um nun eine Masse zum Abformen zu bekommen, werden beide Komponenten miteinander gemischt, und zwar gründlich und zügig, da die Masse nach ca. drei Minuten fest wird. (Das kann von Produkt zu Produkt variieren). Es dürfen keine Streifen in der Masse mehr sichtbar sein! Je kälter die Umgebungstemperatur ist, desto länger dauert der Prozess.

To get the final putty, both components are mixed together. Do this thoroughly and quickly, because the mass will harden after about three minutes (depending on the product you use). The putty should not contain any streaks after your are finished mixing. The colder the surrounding temperature, the more time it will take for the putty to harden.

In diese Masse wird dann das abzuformende Objekt hineingedrückt. Manche ziehen und schieben die Masse auch über das Objekt.

Press the object you want to make the mold from into the putty. Some people push and pull the putty over the object, instead.


Links oben habe ich einen Knopf benutzt, rechts unten eine Muschelperle.

On the left is a button, on the right a shell bead.

Die Masse ist nach ca. fünf Minuten fest, und das Objekt kann einfach herausgedrückt werden. Die Form kann dann immer wieder für Gips, Eis, Fimo, lufttrocknenden Ton, Schokolade :-) , Gießharz, Seife oder was auch immer benutzt werden. Ich habe natürlich Fimo genommen und ein paar Abdrücke gemacht. Wenn man die Form für Fimo benutzt hat, sollte man sie nicht mehr für Nahrungsmittel benutzen.

The putty will be hard after about five minutes, and you can simply pop out the object.
The mold can be used again and again, e.g. for gypsum/cement, ice, polymer clay, air-drying clay, resin, soap, chocolate, or whatever you can come up with :-) Of course I used polymer clay and made a few casts. Once you have used the mold for polymer clay, don´t use it for food again.

(Bitte auf das Bild klicken, um es zu vergrößern, man kann dann die Details besser erkennen.)
(Please click on the image to enlarge it, you can see the details a lot better.)

Die flachen Objekte kamen nicht besonders gut zur Geltung, auch das kleine 3-DHerz ist nicht besonders gut gelungen. Sehr angetan war ich jedoch von den anderen beiden Herzen, das eine war ein billiges Modeschmuckteil, der Abdruck ist wunderschön und sehr detailliert geworden. Das andere war ein Steampunk-Herz, das ich extra für diesen Zweck gemacht hatte:

The flat objects did not turn out very well, neither did the little 3-D heart. I was very delighted though about the other two hearts, one was a cheap costume jewelry piece, the cast is very beautiful and detailed. The other was a steampunk heart I designed especially for this project:


Die Silikonabformung davon ist wirklich phantastisch geworden, selbst die kleinsten Details sind sichtbar. Ich habe den Rohling mit Pearl Ex eingepinselt, noch ein paar Zahnräder und Uhrteile befestigt und das Ganze gebacken. Nach dem Backen wurde das Herz mit Acrylack lackiert. Morgen, nach der zweiten Lackierung, wird es dann mit einer Patina aus Acrylfarbe versehen.

The silicone mold of it turned out really phantastic, even the smallest details are visible. I used Pearl Ex on the cast, a few gears and clock parts, and baked the whole thing. After baking, I sealed it with acrylic glaze. Tomorrow, after the second glaze will be finished, I will antique it with acrylic paint.


Hier ein paar weitere Teile, die heute aus den Formen entstanden sind (zum Vergrößern bitte klicken):

Here are a few more casts I made from the molds (please click to enlarge):


Ich habe bislang viel mit Stempeln und Fimo gearbeitet, bei denen man natürlich Vertiefungen enthält. Das Relief, dass durch Abformungen entsteht, gefällt mir ausnehmend gut!

I have worked a lot with stamps and polymer clay, where of course you get indentations. I really like the relief you get from molds!

Hier noch eine Stempelabformung, die ich mit Fimo und Modern Options Green Patina gemacht habe:

Here is another cast from a stamped mold I made. I painted the Fimo after baking with Modern Options Green Patina:


Alles in allem war dieses Experiment ein voller Erfolg! Es ist total leicht, mit den Silikonkomponenten zu arbeiten, die Formen werden schnell fertig und die Abdrücke sind, wenn das Ausgangsobjekt erhaben genug ist, sehr detailliert. Mir hat es total Spaß gemacht, und ich werde sicherlich weiter damit experimentieren.
Über Anregungen, Fragen und Kommentare freue ich mich!

All in all this experiment was a great success! It is very easy to work with the silicone components, the molds are finished quickly, and the casts get very detailed if the objects are raised enough. It was a lot of fun, and I will definitely experiment with this more.
I am always happy to receive suggestions, questions and comments!

Kleiner Nachtrag: Ich habe eine Silikonform im Ofen mitgebacken, um zu sehen, ob diese auch hohe Temperaturen aushält, und siehe da, sie hat es gut überstanden!

Little edit: I baked one of the silicone forms in the oven, to see if it stands high temperatures, and it does!

Dienstag, 4. August 2009

Rost und Kupfer-Patina/Rust and Copper Patina

Vor einiger Zeit habe ich zwei Produkte von Modern Options entdeckt, eine Rostpatina und eine Kupferpatina, mit der man jeden beliebigen Gegenstand, der bemalbar ist, verzieren kann. Nun habe ich mir diese nicht ganz billigen Farben zugelegt und bin am Experimentieren:

Polymer Clay Impatient Heart

Dieses Steampunk-Herz aus Fimo habe ich z.T. mit Rostfarbe behandelt. Der Hintergrund, ebenfalls aus Fimo, wurde gestempelt, gebrannt und dann mit Kupfer-Patina überzogen.

Rost-Patina:
Das Set besteht aus zwei Farben. Zunächst wird eine Grundierung aufgetragen, die Metallpartikel enthält. Nach einer Trockungszeit von einer Stunde kann eine zweite Schicht aufgetragen werden. Auch diese muss eine Weile trocknen. Je länger die Farbe trocknet, desto röter wird später der Rost. Anschließend wird eine Oxidationssfarbe aufgepinselt, und nach einer ganzen Weile beginnt der Rost, sich zu entwickeln.

Kupfer-Patina:
Auch dieses Set besteht aus zwei Komponenten, der Kupferfarbe und der Oxidationsflüssigkeit. Wie beim Rost werden zwei Schichten Kupferfarbe mit Metallpigmenten auf das Objekt gepinselt. Eine Schicht muss durchtrocknen, die zweite kann relativ zügig mit der Oxidationsflüssigkeit bestrichen werden. Teilweise habe ich nur ein bis drei Minuten damit gewartet. Bei längerer Wartezeit, wenn die zweite Schicht schon getrocknet war, entwickelte sich keine Patina.

Vom Rost bin ich ganz begeistert, bei der Kupfer-Patina noch etwas unschlüssig. Ich denke, einen ähnlichen Effekt kann man auch mit Acrylfarbe erzielen. Nachteil der Rostfarbe ist, dass diese sehr dickflüssig ist und kleinere Details darunter verschwinden.

Es macht allerdings total Spaß, mit den Farben zu experimentieren. Das Ergebnis ist ziemlich unvorhersehbar und damit sehr spannend.

Die Oxidationsflüssigkeiten kann man auch separat verwenden, wenn man den entsprechenden metallischen Hintergrund verwendet, also z.B. auf Kupfer oder Eisen.

Schöne Effekte kann man auch auf Schmuckstücken erzielen. Hier habe ich die Kupferpatina auf Modeschmuck (links) und Fimo-Cabochons ausprobiert:

Verdigris Experiments

Weitere Experimente finden sich bei DeviantArt in meinem Scrap-Ordner.

The tile and the heart are made of polymer clay and adorned with clock parts. Additionally, I used Modern Options Rust for parts of the heart and Modern Options Copper and Green patina for the tile. The rust consists of two parts: black paint with metallic particles, which you can apply to any paintable medium. After the paint has dried, you add another solution which makes the particles rust in a short time (an hour or so).

I really love how the rust turned out! The downside is that the paint covers all the little details of the heart, but nevertheless I will experiment with this more.

The tile was stamped and then painted with metallic copper paint. After the second coat, a verdigris patina solution was applied, and the piece started to turn green after a while (also about an hour). I like how it looks, but think that this effect can also be achieved by acrylic paint, so I am not too sure if this product is really useful.

I also applied the copper paint and green patina on cheap metal jewelry (left) and polymer clay pieces (right).

More images of these experiments with various materials can be found in my scrap folder.

Samstag, 4. April 2009

Anleitung/Tutorial Fimo Mokume Gane Technik


Ich möchte heute eine Fimo-Technik vorstellen, die insbesondere für die Schmuckherstellung genutzt werden kann und wundervolle Effekte erzeugt.

Die Technik heißt Mokume Gane, was aus dem Japanischen kommt und so viel bedeutet wie "Holzmaserung" (Mokume) und "Metall" (Gane). Es handelt sich dabei um eine alte Schwertschmiedetechnik, bei der dünne Metallplatten aufeinandergeschichtet und durch Schmieden miteinander verschweißt werden. (Quelle: Wiki).


Ähnlich interessante Muster kann man auch mit Fimo erzeugen, in dem man verschiedene Schichten aufeinanderstapelt und bearbeitet. Wie genau das vor sich geht, möchte ich in der folgenden Anleitung erklären.

Was man benötigt:
Fimo in verschiedenen Farben, ca. 1,5 kleine Packungen á 56 gr
Idealerweise eine Nudelmaschine, ersatzweise eine Glasflasche zum Ausrollen des Fimos
Ein scharfes, festes Messer
Optional: Hauchdünne Metallfolie/Blattmetall, z.B. in Gold, Silber oder Kupfer

Ich arbeite sehr gerne mit transparentem Fimo und mische mir die Farben selbst zurecht, indem ich z.B. ein kleines Kügelchen farbiges Fimo mit dem transparenten Fimo mische. Je mehr Farbe ich nehme, desto geringer wird die Transparenz.

Bitte beachten, dass sich so eingefärbtes Fimo beim Backen farblich etwas verändert! Wer genau die Farbkombination nach dem Backen haben möchte wie beim Gestalten, sollte kein transparentes Fimo benutzen. Ich mag jedoch gerade den zart durchschimmernden Effekt, der sich nur ergibt, wenn man mit transparentem Fimo arbeitet.

Ich habe mich heute mal mit blauem Mokume Gane versucht. Leider stellte ich fest, dass ich kein dunkles Blau zur Verfügung hatte. Ich wollte aber nicht aufgeben, da ich mir in den Kopf gesetzt hatte, ein paar dunkelblaue Perlen zu machen. Ich nahm also kurzerhand dunkelblaue Farbe auf Alkoholbasis von Jacquard, genannt "Pinata Inks". Die Farben leuchten sehr schön und lassen sich gut mit dem Fimo vermischen.

Interessanterweise haben sich die Farben beim Backen sehr verändert, so dass der Schichteffekt nicht mehr so gut zur Geltung kam. Mir hat es gefallen, aber wenn man den Effekt beibehalten möchte, ist es sinnvoller, farbiges Fimo mit dem Transparent-Fimo zu mischen.

Ich habe mein transparentes Fimo in sechs verschiedene Blöcke unterteilt und diese jeweils ein paar Mal durch die Nudelmaschine gerollt. Ich habe dann auf die verschiedenen Schichten eine unterschiedliche Menge dunkelblaue Alkoholfarbe getropft, um unterschiedliche Blautöne zu erhalten. Mit einem Holzspatel habe ich die Farbe verteilt und sie einen Moment trocknen lassen.


Wie der Name schon sagt, enthalten Alkoholfarben Alkohol, der sich sehr schnell verflüchtigt, so dass man mit diesen Farben zügig arbeiten muss, bevor sie trocknen.

Ich habe dann noch eine Schicht Fimo in transparent und in weiß hergestellt:


Diese Schichten habe ich dann bunt aufeinandergestapelt. Man kann natürlich auch die Farben nach dem Farbton aufeinander legen.

Wer ein bisschen Glanz und Gloria mag, der kann zwischen einzelne Schichten hauchdünne Goldfolie legen und sie auf der Fimo-Schicht darunter glattstreichen:


Ich habe allerdings keine guten Erfahrungen mit Blattmetall gemacht (und frage mich gerade, warum ich es heute wieder mit eingearbeitet habe :-))

Bei diesen Perlen habe ich Blattmetall von Rayher benutzt.

Die Perlen sind nach längerem Tragen erheblich nachgedunkelt, und das Gold ist teilweise angelaufen. Ich dachte, dies hätte damit zu tun, dass ich die Perlen zum Abschluß nicht lackiert habe.

Bei meiner nächsten Mokume-Arbeit habe ich die Perlen dann sorgfältig zwei Mal mit dem Faber-Lack auf Wasserbasis lackiert.

Das Ergebnis: Der reinste Horror.

Die Goldfolie ist noch schlimmer angelaufen als bei den türkisfarbenen Perlen, und es sieht auf dem Rosa noch grauenvoller aus. Ich habe dann einen Versuch gestartet mit dem Original-Blattmetall von Faber, diesmal habe ich Kupfer gewählt und die Perlen anschließend vier Mal (!) lackiert. Diese Kette in fröhlichen Deutschlandfarben :-) sieht noch so aus, wie sie aussehen soll:


Nun weiß ich leider nicht, ob es an der Faber-Folie oder dem ausgiebigen Lackieren gelegen hat, dass diese Kette ihr Aussehen behalten hat. Ich würde im Zweifelsfall empfehlen, das Original-Faber-Blattmetall zu benutzen und zu lackieren. Aus dem Schnugi-Forum gab es noch den Tipp, die Kugeln mit einer hauchdünnen Schicht transparentem Fimo zu umhüllen.

Zurück zu meinem heutigen Versuch:
Man sollte es nicht so wie ich machen und an einem windigen Tag mit Blattmetall draußen arbeiten :-) Die Folie ist wirklich hauchdünn, reisst sehr leicht und fliegt dann davon :-)


Auf dem obigen Bild sind die einzelnen Schichten sehr gut zu erkennen. Ich habe drei Lagen Goldfolie mit eingearbeitet. Falls sich Luftblasen bilden, diese ausstreichen oder mit einem Zahnstocher aufpieken. Wichtig: Die oberste Farbe wird später die Hauptfarbe für die Perlen sein. Man sollte also vorher überlegen, welches die dominierende Farbe sein sollte. Ich habe das dunkelste Blau für die oberste Schicht genommen.

Nun wird dieser etwas wilde Stapel mit einem scharfen Messer begradigt:

Die abgeschnittenen Ränder werden noch benötigt! Ich habe dann die beiden Stapel aufeinander gelegt und glatt gestrichen. Das Ganze ist jetzt ca. 7 x 8 cm groß. Man kann natürlich nach Bedarf größere oder kleinere Stapel bauen.

Jetzt wird der ganze Stapel einmal umgedreht. Mit einem Werkzeug oder den Fingerknöcheln drücke ich Löcher in das Fimo hinein. Ich schneide mir ein Stückchen Fimo von den Rändern ab, die beim Zurechtschneiden übrig geblieben sind, und rolle es zu einer Kugel. Die Kugel sollte etwas länger geknetet werden als auf dem Bild, da sie sonst aufgrund der Goldfolie auseinander fällt.


Diese Kugel drücke ich dann in die Vertiefung. Zusätzlich rolle ich noch ein paar weitere Kugeln und lege diese oben auf. Es ist hier etwas mit mir durchgegangen, es ist sinnvoller, weniger Kugeln zu nehmen :-)


Nun wird der ganze Stapel wieder umgedreht und etwas flach gedrückt, und zwar so, dass sich an den Stellen, an denen keine Kugeln auf der Unterseite sind, Vertiefungen bilden. Wir bekommen somit eine Landschaft aus Hügeln und Tälern:

Jetzt kommt der schwierige Teil: Mit einem steifen Messer (also nicht mit einer flexiblen Klinge) werden hauchdünne Schichten von diesem Stapel abgeschnitten. Das erfordert einige Übung, und ich kann nicht behaupten, dass ich diesen Teil besonders gut beherrsche :-)
So sieht der Stapel aus, nachdem ich einige Schichten abgeschnitten habe:

Und so die Abschnitte:
An dieser Stelle wollte ich das ganze Projekt schon beenden, da mir die Streifen überhaupt nicht gefielen. Ich habe aber zum Glück tapfer weiter gemacht.

Manche der Abschnitte sind mir zu dick geraten:
Ich habe diese dann einfach auf einer dünnen Einstellung durch die Pasta-Maschine genudelt:


Jetzt werden die dünnen Mokume-Gane-Scheiben auf eine vorgeformte Perle aufgebracht. Ich nehme dafür üblicherweise Puppenfimo, welches günstiger als normales Fimo ist. Ich rolle so viele Perlen vor, wie ich brauche, und lege dann die abgeschnittenen Scheibchen auf die Grundperle auf. Übergänge verstreiche ich mit den Fingern und rolle die Perle dann vorsichtig in den Händen, um sie zu glätten.

Heute habe ich allerdings mal Recycling betrieben und die verhunzten rosafarbenen Mokume-Perlen als Grundlage benutzt. Hier sind ein paar in all ihrer Scheußlichkeit zu bewundern:


Die bereits fertigen Perlen hatten den Vorteil, dass die neue Schicht leichter aufzubringen war.

Hier die Perlen, bereit, gebacken zu werden:

Upps :-) Da hat mein Sohn die Kamera entführt. Psst, nicht wecken, die Katze träumt vom HSV! Farblich aber liegt die Katze voll im Trend :-)


Ich lege Perlen zum Backen gerne auf ein Blatt Papier, das ich vorher in Ziehharmonika-Form gefaltet habe.



Die Perlen sehen nach dem Backen etwas anders aus als vorher. Die unterschiedlichen Farbtöne sind nicht mehr so gut zu erkennen, was ich aber keinesfalls schlimm finde, da mich die Streifen ja ohnehin gestört haben. Genau genommen sehen die Perlen jetzt genau so aus, wie ich sie haben wollte :-)

Faux Polymer Clay Lapislazuli Beads

Ich frage mich nun, ob diese Veränderung mit den Alkoholfarben zusammenhängt, die ich benutzt habe, oder auch mit den dunkleren Grundperlen. Auch der Effekt, dass sich eingefärbtes transparentes Fimo nach dem Backen farblich etwas verändert, kann eine Rolle gespielt haben.

Nun, diese Anleitung ist ein bisschen in eine Beschreibung ausgeartet, wie man Mokume Gane nicht machen sollte, aber ich denke, aus meinen Fehlern können andere auch lernen. Die Perlen sind zumindest wunderhübsch und erinnern ein wenig an Lapislazuli.

Ich empfehle also dringend:

- Blattmetall nur nach vorhergehendem Test einsetzen, ob die Folie anläuft oder nicht
- fertige Perlen auf alle Fälle lackieren, um sie vor Verfärbungen zu schützen
- besser ist es, die Perlen mit einer Schicht transparentem Fimo zu umhüllen
- Blattmetall nur bei Windstille oder in geschlossenen Räumen verarbeiten
- transparentes Fimo mit farbigem Fimo einfärben, nicht mit Alkoholfarben, es sei denn, man möchte den Mokume-Effekt reduzieren
- Katze in Ruhe schlafen lassen (der HSV hat immerhin gewonnen!)

Links:
Es gibt zahlreiche Anleitungen zur Mokume-Gane-Technik, die ich hier nicht vorenthalten will.

Deutsch:
Tinkos Mokume Gane bei Schnugi

Englisch:
Mokume Gane Tutorial von Lindly Haunani
Sculpey
Polymer Clay Central
Glass Attic

Inspiration:
Eine Bildersuche bei Google ergibt die tollsten Farbkombinationen und Ideen!
Flickr-Gruppe Mokume Gane

Mittwoch, 1. April 2009

Anleitung/Tutorial: Über Acryllacke und Pearl Ex

Ich habe auf DeviantArt sehr viele Fragen zu meinen Steampunk-Arbeiten bekommen, insbesondere, was das Pearl Ex und die Versiegelung mit Acryllacken angeht. Ich möchte deshalb ein wenig mehr darüber berichten.

Zunächst ein paar Anmerkungen zum Acryllack:

Ich habe lange Zeit ausschließlich mit dem Faber-eigenen Acryllack gearbeitet, um Werkstücke zu versiegeln und zu schützen. Dieser ist ein Acryllack auf Wasserbasis, der leider zwei große Nachteile hat - zum einen ist er glänzend, was nicht bei allen Fimo-Werken gut aussieht, zum anderen ist er recht teuer.

Da ich sehr viel Negatives über handelsübliche Acryllacke gelesen hatte (der Lack trocknete nicht wirklich durch, das Fimo-Objekt blieb klebrig), traute ich mich nicht, mit anderen Lacken zu arbeiten. Nachdem ich mir aber einige Perlen aus Fimo ruiniert hatte, da ich sie nicht versiegelte (Goldfolie lief an und wurde hässlich schwarz, transparentes oder weißes Fimo fing an, zu vergilben, nach dem ich die Kette häufig getragen hatte), oder einige Stücke durch den Glanzlack aussahen, als seien sie aus billigem Plastik, sah ich mich nach Alternativen um.

Das Hauptproblem mit einigen Acryllacken ist, dass diese auf Öl basieren. Die Inhaltsstoffe dieser Lacke führen dazu, dass das Fimo angegriffen wird bzw. der Lack nicht richtig trocknet. Diese sollten also bitte niemals benutzt werden, um Fimo zu lackieren!

Ich bin dann einfach mal in einen Baumarkt gegangen und habe mir ganz normalen Acryllack auf Wasserbasis besorgt, und probeweise eine Perle lackiert.

Der Lack liess sich gut auftragen, entwickelte dabei aber seltsame Bläschen, dass es anfangs so aussah, als hätte ich das Werkstück mit Schaum lackiert. Er trocknete aber ganz wunderbar, von Bläschen war nachher nichts mehr zu sehen. Ich habe jetzt einige Fimo-Objekte mit diesem Lack versiegelt, und konnte noch nichts Nachteiliges berichten.

NACHTRAG: Leider hielt auch dieser einfache Lack nicht lange. Nachdem ich die Perlen eine Weile getragen hatte, fing der Lack an, abzublättern. Wirklich ärgerlich! Also, für Perlen ist er offensichtlich nicht geeignet, aber ich werde mich weiterhin nach Alternativen umsehen.



Um Holzstücke, Holzkisten usw. mit Fimo zu umhüllen, ist es nötig, dass diese eine glatte Oberfläche haben. Auf unlackiertem Holz haftet das Fimo nicht! Das Werkstück sollte also einmal überlackiert werden, damit das Fimo gut hält. Es ist übrigens kein Problem, Holz, Glas oder Metall im Backofen mit zu backen.


Pearl Ex:

Pearl Ex sind Puderpigmente der amerikanischen Firma Jacquard, die es in 40 Farben gibt. Am interessantesten für meine Arbeit mit Fimo finde ich die verschiedenen Metallicfarben, wie z.B. Gold, Bronze, Kupfer, aber auch die Puder, die dem Fimo einen Perlenschimmer geben. Die Metallicpuder lassen das Fimo wie Metall erscheinen.

Die Dosen sind auch in Deutschland erhältlich und werden einzeln oder in Sets verkauft, sie enthalten je 3 Gramm Puder. Ich benutze einen weichen Pinsel, um die Farben aufzunehmen, und fahre dann leicht mit dem Pinsel über das Werkstück. Die Pigmente haften dann automatisch am Fimo.

Das Pearl Ex kann bequem im Ofen mit gebrannt werden und verändert seine Farbe nicht. Nachdem das Stück gebacken wurde, lackiere ich es nach dem Abkühlen mit Acryllack. Der Lack hilft, das Pearl Ex am Fimo zu fixieren. Ansonsten färbt immer ein wenig Puder ab, wenn man das Objekt in die Hand nimmt, was nicht jedermanns Sache ist. Hier ein Beispiel für ein Steampunk-Herz, das frisch mit Pearl Ex bepudert wurde. Es schimmert sehr intensiv, was sich nach dem Backen und vor allem nach dem Lackieren etwas reduziert.

Manche Fimo-Stücke versehe gerne mit einer Patina (ital. patina „dünne Schicht“). Natürliche Patina entsteht durch Alterungsprozesse, und man kann mit Acrylfarben einen solchen Alterungsprozess simulieren. Ich finde, manche Fimo-Werke erhalten dadurch mehr Charakter. Da meine Lieblingstechnik das Bestempeln und Texturieren von Fimo ist, ergeben sich im Fimo dadurch Vertiefungen, die im Patinierungsprozess durch Farbe aufgefüllt werden.

Wenn ich mein Werkstück mit Pearl Ex eingefärbt habe, ist es nötig, es zu lackieren, bevor ich es patiniere. Unlackiertes Pearl Ex wird von den Acrylfarben der Patina angelöst und mit weggewischt. Es hat sich bewährt, das Objekt zwei Mal zu lackieren.

Ich nehme zum Patinieren einfache Mal-Acrylfarbe, die ich mir selbst zusammenmische, meist schwarz, gelb und braun. Ich lackiere zunächst das gesamte Werkstück und gehe mit einem festeren Pinsel in die Vertiefungen hinein:


Die Patina wird um so besser, je tiefer ich vorher gestempelt habe.

Ich reinige dann die Oberfläche des Werkstücks mit einem Papiertuch (Haushaltsrolle):

In diesem Zustand sieht das Herz ziemlich "grungy" und schmutzig aus, was auch seinen Reiz hat :-) Wenn es mir aber zu dunkel ist, gehe ggf. noch einmal mit einem Feuchttuch über die Oberfläche hinweg, um Farbreste zu entfernen.

In den Vertiefungen bleibt die dunkle Farbe zurück und gibt dem Objekt einen alten "Touch" und mehr Tiefe. Zur Versiegelung lackiere ich das Stück zum Schluss noch einmal mit Acryllack.

Viele wissen nicht, dass man Fimo durchaus zwei- oder mehrmals backen kann, ohne dass sich Probleme ergeben. Ebenso lassen sich bereits lackierte Objekte backen. Ich achte dabei immer auf ausreichende Belüftung. Ich habe auch den Eindruck, wenn man das lackierte Teil noch einmal im Ofen bäckt, hält die Pearl Ex Schicht noch besser.

Achtung: Das Herz aus dieser Anleitung werde ich verlosen! Mehr darüber findet sich in diesem Post.

Bei Fragen und Anregungen würde ich mich über einen Kommentar freuen!

Ich danke darkfox und seed-of-january für ihre eifrigen Nachfragen, die mich zu diesem Artikel inspiriert haben!

Zusammenfassung:

Für das Lackieren von Fimo sind nur Acryllacke auf Wasserbasis geeignet, keine Acrylfarben auf Ölbasis!

Wer Holz mit Fimo kombiniert, sollte das Holzstück vorher mit Acrylfarben grundieren.

Holz, Glas und Metall können problemlos im Ofen mit gebacken werden.

Pearl Ex Puderpigmente sind gut für die Imitation von Metall geeignet.

Pearl Ex sollte nach dem Backen lackiert werden, um für eine bessere Haltbarkeit zu sorgen.

Fimo kann mehrfach im Ofen gebacken werden. Ebenso können bereits lackierte Werkstücke noch einmal gebacken werden. Dabei immer auf gute Belüftung achten!

Eine Patina/ein Antiklook entsteht durch Auftragen dunkler Acrylfarbe auf fertig gebrannte Fimo-Werke.

Related Posts with Thumbnails